Gestern habe ich im Artikel Was mache ich wenn ich nicht blogge? über weitere Hobbies von mir berichtet.
Eines davon ist das Sammeln und die Aufzucht von Kakteen.
Am vergangenen Samstag führte mich mein Kakteenhobby auf eine Kakteenbörse. In Korb, zwischen Waiblingen und Winnenden gelegen, fand in der Remstalhalle die 18. Süddeutschen Kakteentage statt.
Zahlreiche Händler und Sammler bieten dort ihre Kakteen und andere Sukkulenten zum Verkauf an.
Um zehn Uhr wurde die Kakteenbörse eröffnet. Ich bin etwa eine halbe Stunde danach eingetroffen und war erstaunt, wie viele Besucher bereits in der Halle waren. Die Parkplätze waren ebenfalls um die Halle komplett voll. So mußte ich ein gutes Stück, mit dem Auto fahren, um noch eine freie Parklücke zu finden.
Gegen elf Uhr wurde es im Verkaufsbereich etwas leerer. Der erste Fach-Vortrag hatte begonnen. Nun konnte ich endlich zur zweiten Runde an den vielen Verkaufstischen durchlaufen. Nun hatte man bei fast allen Verkaufsständen endlich einen direkten Blick auf die vielen Pflanzen. Menschentrauben kamen nun seltener vor. Schlange stehen war nun nur noch an wenigen Ständen notwendig.
Was suche ich eigentlich auf der Kakteenbörse?
Logisch Kakteen!
Nun ja, bei über 800 Kakteenarten und mit den ganzen Zuchtformen kommt man sicherlich auf weit über 1000 mögliche Arten und Formen. Da wäre ohne Einkaufswünsche solch ein Besuch sehr uneffektiv.
Auf meinen Balkon fühlen sich die robusteren Arten meist am wohlsten. Unter robust verstehe ich die Arten, die in ihrer Heimat ähnliche klimatische Bedingungen wie wir in Süddeutschland haben. Da ich kein Gewächshaus habe, müßen die Kakteen auch mal eine kühlere Sommernacht ertragen können. Am besten kommen damit die Kakteen der ehemaligen Art Lobivia zurecht. Sie kommen überwiegend in Höhenlagen der Anden von 1500 bis 4000 m Höhe vor! Dort ist das Klima ähnlich wie in Mitteleuropa. In der Nacht kühlt es dort auch meist spürbar ab. Und im Winter hat es in den Nächten auch öfters frostige Temperaturen. Dies bedeutet allerdings nicht, daß diese Kakteenart frostfest ist. Da es am Tag auch im Winter sehr schnell Temperaturen bis zu 20 – 30 Grad Plus geben kann, sind die meisten leider nicht dauerhaft winterfest.
Da ich seit einigen Jahren versuche neue Blüten zu züchten, bin ich immer wieder auf der Suche nach neuem Pflanzenmaterial. Dabei bevorzuge ich oft schön blühende Naturformen die ich mit Hybriden kreuze. Meine ersten Kreuzungsversuche sind nun vier Jahre alt. Blüten gab es bisher allerdings noch keine. Vielleicht klappt es ja in diesem Jahr mit den ersten Blüten?
Mein Zuchtziel sind mehrfarbige Blüten bei Lobivia- und Chamaecereus-Kakteen. Wenn ein Elternteil diese Eigenschaft bereits hat, kann man mit solchen Pflanzen in der Weiterzucht leichter weitere Farbvarianten erzielen. Da die meisten Hybriden inzwischen Multi-Hybriden sind, sind die Zuchtergebnisse nicht mehr steuerbar. Das Vererbungsgesetz von Mendel ist hier leider nicht mehr anwendbar, da zuviele Gene in den Pflanzen vererbt wurden. So ist fast jedes Ergebnis bei Weiterzuchten möglich. Von vielfarbigen Blüten bis zu langeweilig einfarbigen Blüten.
Nach über einer Stunde hatte ich dann einige neue Kakteen gefunden und käuflich erworben:
Aber ich hoffte auch eine bestimmte sukkulente Pflanze die sich auch zur Bonsai-Gestaltung eignen würde zu finden. Leider gab es bei keinem Händler einen Crassula sarcocaulis.
Ich hatte im letzten Herbst auf einer Bonsai-Ausstellung diesen gelungenen Crassula-Wald gesehen:
Bei meiner Recherche über die sukkulente Crassula sarcoaulis erfuhr ich das dieser Crassula bei trockener Überwinterung sogar bis Minus 12-15 Grad winterhart sein soll! Da würde ich mir das Überwintern in der Wohnung ersparen können. Zudem wächst und entwickelt sich diese Art bei guter Pflege recht schnell. So sind bereits nach fünf Jahren sehr ansehliche Bonsai möglich.
Aber das macht nichts. Mit meinen Kakteenkäufen bin ich sehr zufrieden. Einige davon haben zahlreiche Blütenknospen und dürften mich in den nächsten Monaten mit hoffentlich zahlreichen Blüten erfreuen!
Übrigens lohnt sich der Besuch auf einer Kakteenbörse auch für jeden Bonsai-Gestalter. Einige Händler haben ein umfangreiches Angebot an Beistellpflanzen! Hauswurz in vielen Varianten gab es zu bestaunen. Kleine, dicke, grüne, rote, rotgrüne, behaarte, unbehaarte Sempervivum gab es dort. Aber auch andere sukkulente (= wasserspeichernde) Pflanzen lohnen sich sicherlich auch zur Gestaltung als Bonsai.
Wenn bei euch in der Nähe eine Kakteenbörse stattfindet, könnte sich ein Besuch durchaus lohnen.
Termine findet ihr im Internet auf den Fachseiten. Weitere Informationen über Kakteen und andere Sukkulenten gibt es auch auf meiner Kakteen-Homepage.