Hallo,
in der letzten Woche war ich in der Ramsau bei Berchtesgaden im Urlaub.
Einige Wanderungen und Fotomotive standen auf meiner Wunschliste.
Die meisten konnte ich auch realisieren. Ein paar wenige habe ich mir für einen weiteren Urlaub in dieser schönen Region aufgehoben.
1986 und 1987 habe ich in dieser schönen Landschaft meinen Zivildienst in der Jugendherberge Berchtesgaden gemacht. Danach war ich noch zwei oder dreimal dort und nun seit über 20 Jahren hat es nie mit einem Urlaub dort klappen wollen.
Deswegen war es für mich mal wieder Zeit, auch um zu sehen, was sich so in über 20 Jahren in solch einer Ferienregion verändert?
Manche Dinge haben sich natürlich verändert. Inzwischen gibt es am Obersalzberg ein 5-Sterne Hotel. Auch in den anderen Ortschaften gibt es mehr 4-Sterne-Hotels als früher. Aber vieles hat sich nicht oder kaum verändert. Die grandiose Landschaft und Natur ist zum Glück erhalten geblieben. Und die Auflagen im Nationalpark Berchtesgaden werden inzwischen strenger umgesetzt.
Das ist gut für die Natur und Umwelt und sollte auch langfristig mehr an der Natur interessierte Touristen in die Region locken. Als optischen Einstieg in das Berchtesgadener Land folgt ein meditatives Fotomotiv von den Gletscherquellen bei Ramsau:
Gletscherquellen ist schon richtig. Das Wasser stammt zum Teil vom einzigen deutschen Gletscher, dem Blaueisgletscher am Berg Hochkalter. Ich war selber erstaunt das dieser verhältnismässig kleine Gletscher, trotz Klimaerwärmung noch exisitert! Die Lage in einem Nordhang und eine in etwa doppelt so hohe Niederschlagsmenge als im Bundesschnitt reichen für den Erhalt offenbar aus?
Vor dem Urlaub hatte ich ein paar Artikel vorgeschrieben, damit Ihr weiterhin Infos über Bonsai erhaltet.
Da das Hotel W-LAN hatte wollte ich eigentlich die Artikel über meinen Laptop im Laufe der Woche veröffentlichen.
Na ja, wie das manchmal mit W-LAN in Hotels so ist. Die Firewall bremst da oft gewaltig die Geschwindigkeit.
Am ersten Abend ging das einloggen ganz gut. Die Geschwindigkeit war allerdings doch recht lahm, so dass das Lesen von Mails doch erhöhten Zeitaufwand erfordert hat.
Am zweiten Abend hat es gute 2h gedauert bis ich überhaupt ins W-LAN reinkam. Danach hatte ich ehrlich gesagt keine Lust mehr auf W-LAN und habe den einzigen öffentlichen Hotel-PC mit Internet-Anschluss genutzt. Da war ich allerdings nicht der Einzige. So konnte ich nicht immer zur gewünschten Zeit ins WWW. Aber für die eine Woche war es OK. Das wichtigste konnte ich erledigen. Es ist eigentlich schon erstaunlich bis erschreckend wie abhängig man in manchen Dingen inzwischen vom Internet ist.
Aber der Urlaub sollte auch weitesgehenst Urlaub vom Internet sein. Also waren wir jeden Tag bei Wind und Wetter mit wandern beschäftigt. Über die ersten beiden Regentage habe ich mich besonder gefreut, da ich bestimmte Wasserfälle fotografieren wollte. Bewölktes Wetter ist dafür am besten, da so das Licht weicher ist und man mit längere Verschlusszeit arbeiten kann. Dafür braucht man allerdings ein stabiles Stativ. Dann erhält man aber sehr schön verwischte Aufnahmen von fliessenden Wasser. So wie auf den obigen Foto.
Aus der Sicht eines Bonsai-Fans gab es sehr viele Eindrücke aus der Natur.
Sozusagen Vorbilder für zukünftige Bonsaigestaltungen?
So habe ich einige Fotos von Bäumen mit und ohne Totholz gemacht. Bäume die über einen Stein wachsen. Wäldern und vielem mehr.
Gerade in den Bergen gibt es sehr heftige Naturgewalten, welche die Bäume formen. Eine wichtige Erkenntnis war für mich, das es kaum einen Baum in der Natur gibt, der wie ein Bonsai nach klassischer japanischer Gestaltung aussieht!
Der naturalistische Gestaltungsstil der von einigen europäischen Gestaltern diskutiert und teilweise praktiziert wird, ist sicherlich ein Weg zu natürlicheren Bonsai. Allerdings ist solch eine Gestaltung sicherlich schwieriger realisierbar als eine einfache Gestaltungsstruktur die auf das wesentliche minimiert ist.
In den nächsten Tagen und Wochen werde ich euch ein paar lohnende Ausflugsziele aus dem Berchtesgadener Land vorstellen. Ein Besuch lohnt sich dort zu jeder Jahreszeit.
Willkommen zurück 🙂
Klingt ja spannend, freue mich auf die Bilder!
Das mit dem Internet kenne ich auch 🙂
@ André
Das mit den Fotos aus dem Berchtesgadener Land wird wohl noch bis nächste Woche dauern.
Sind über 1000 Fotos geworden. Das Aussortieren der technisch nicht einwandfreien hat bereits viele Stunden in Anspruch genommen.
Nun habe ich eine kleine Auswahl die ich zum Verkauf für Bildagenturen vorbereitet habe.
Danach werde ich die Bilder für den Bonsaiblog und Fotoblog vorbereiten. Und etwas Text sollte auch nach geschrieben werden 😉
Hallo Bernd,
ich gehe davon aus, dass die „Vorbild-Bilder“ für die Bonsais größtenteils vom Zauberwald bei Hintersee stammen? 😉 Das hat mich total geflasht, als ich da mal durchgelaufen bin. Einfach nur grandios.
@ Matthias
Von dort gibt es auch ein paar Fotos 😉
Vorbilder habe ich auch an vielen anderen Orten im Berchtesgadener Land gefunden. Gerade in höheren Lagen gibt es beindruckende Baumskulpturen und totes Holz.
Der Zaubwerwald mag durch seine verstreut herumliegenden Felsen die nun nach ein paar Jahrtausenden bewachsen sind urig aussehen. Noch urigeres findet man aber oft in den höheren Lagen.
Je älter ein Baum wird,desto assymetrischer wird er.Gerade in Höheren lagen,wo der Baum den Naturgewalten ausgestzt ist,spiegelt sich das in seiner Wuchsform wieder.
Es geht nicht darum,Bonsai identisch der Natur nachzuahmen,sonder sie zu Perfektionieren.Das ist eine Eigenschaft,die ein echter Baum nicht aufweisen kann denn schließlich hat jedes Lebewesen einen Makel.Es ist meist nicht schwer ihn zu finden,doch ihn zu verbessern ist schon sehr anspruchsvoll,wenn nicht sogar unmöglich.
@ Kleinbonsai
Im Prinzip gebe ich dir in deiner Ausführung vollkommen recht.
Das Problem in der westlichen Bonsaigestaltung ist allerdings wohl darin begründet, daas zu Beginn in den meisten westlichen Ländern irgendwelche japanischen Lehrbücher mehr oder weniger gut in die jeweilige Landessprache übersetzt wurden.
Dabei wurden auch immer die Grund-Stilformen übernommen. Diese dienen im Prinzip vor allem für den Anfänge als grobe Anleitungen für eine mögliche Gestaltung.
In der Natur kommen solche auf geometrische Formen reduzierte Bäume sehr, sehr selten, wenn überhaupt vor.
Für mich sollte ein Bonsai auch ein Abbild der Natur und weniger ein künstliches Objekt sein.
Zum Glück haben einige europäische Bonsaigestalter inzwischen diesen sogenannten naturalistischen Stil eingeschlagen. Einfacher ist solch eine Gestaltung allerdings meist nicht. Im Gegenteil. Solche Gestaltungen sind wohl eher etwas für sehr fortgeschrittene Gestalter.
Oder man steigt auf Penjin um.Als ich Penjin zu ersten Mal sah,war ich erstaunt,wie realistisch Aussehend die gestaltet sind.Wirklich so,als hätte man ein Baum oder Wald verkleinert und dann in eine Schale gepflanzt.
@ Kleinbonsai
das ist ja auch er ursprüngliche Grundgedanke der chinesischen buddhistischen Vorstellungen.
Deswegen sind Penjing auch für unsere japanisch geschulten und gelehrten Augen auch oft irgendwie vewirrend. Vielleicht weil sie natürlicher sind?
Walter Pall war ja, parallel mit dem Schweizer Pius Notter, der „Begruender“ des naturalistischen, von japanischen Lehren wegführenden Bonsaistils – zumindest in Europa. Schaut Euch mal die Galerie auf seiner Webseite an, da sieht man wie eigenwillig er gestaltet. Solch Material ist wohl nichts für einen japanoiden Traditionalisten. Für mich ist sein Mittelweg eine große Inspiration und viel spannender als ein Bonsai, der zwar perfekt, aber ohne Charakter ist 🙂
@ Andrè
geht mir genauso.
Bäume die nach japanischen Stilformen gestaltet sind, wirken auf mich zu oft zu uniform. Da kommt schnell Langeweile beim betrachten auf.